SmartVillage unser neuer Partner-Interview Gerd Krohn Teil 1

Das smartvillage (Schreibweise immer klein und zusammen!) in München zählt seit diesem Jahr zu den Partnern der Ideenwerkstatt der Office Group München. Gerd Krohn (Foto Mitte stehend), einer der beiden Gründer gewährte uns in einem Interview Einblick in die Unternehmensgeschichte. Außerdem gab er uns einen Ausblick auf seine Zukunftsprojekte beim Thema Corporate Coworking. Davon dann mehr im 2. Teil des Interviews mit dem Thema: „Dezentrale Coworking Spaces„. 

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Gerd, Du bist Gründer von smartvillage in München. Was habt ihr euch bei dem Namen gedacht ?
Zusammen mit meinem Co-Gründer Andreas Keller haben wir den Namen ganz bewusst ausgewählt. Wir wollten einen Namen finden, der das Ziel Community sehr gut zum Ausdruck bringt. Ich bin zwar in München geboren habe aber lange auf dem Dorf gelebt. Dort habe ich eine intakte Dorfgemeinschaft erlebt, wo man sich kennt und sich unterstützt, gegenseitig etwas leiht oder eben auch zusammen arbeitet. Dieser Blickwinkel passt sehr gut zu unserem Angebot des Coworking. Wir wollten ja hier in München einen Ort schaffen, wo man zusammen arbeitet und voneinander profitiert. Daher haben wir bei der Gründung den Begriff smartvillage gewählt.

Inzwischen gibt es das smartvillage seit 5 Jahre. Wie verlief die Gründung und die Standortwahl ?
Mit Unterstützung von Stefan Kiss von Haworth haben wir damals Räume gefunden und eingerichtet, die zum einen uns zum Arbeiten und der Firma Haworth als Showroom dienten. So hatten wir also eine Ausstattung und gleichzeitig auch sofort Räume, die wir an andere vermietet haben. Schon damals unter dem noch ganz frischen Begriff „Coworking“. Nach zwei Jahren brauchten wir neue Räume. Mein Partner Andreas Keller und ich hatten den Mut in eine große Fläche zu gehen. Wir konzipierten ein Coworking Space unter dem Begriff smartvillage und starteten damit in das Thema „New Work“ mit verschiedenen Kooperationen und Partnern, wozu ja inzwischen auch die Office Group München gehört.

Mit welcher Personalstärke habt ihr begonnen? Wie groß ist Dein Team aktuell ?
Begonnen haben wir mit einer Community-Managerin und mir in Teilzeit neben meiner Tätigkeit für meine Agentur Pinc Solutions. Inzwischen sind wir vier Vollzeitkräfte und werden unterstützt von verschiedenen Freelancern, die uns projektbezogen zuarbeiten. 

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©smartvillage München

Wie habt ihr damals den Start von smartvillage finanziert? Wie seid ihr aktuell finanziell aufgestellt ? 
Einen Überblick kann ich gerne nennen, denn Transparenz war und ist mir immer wichtig. Die komplette Entwicklung des smartvillage haben wir selbst finanziert. Im Bereich Ausstattung haben wir über Barter-Deals die Einrichtung kostenlos zur Verfügung bekommen. Wir haben uns keinen Investor gesucht, der unsere Projekte vorfinanziert. Stattdessen haben wir neue Projekte immer aus Überschüssen aus der Agentur finanziert. Unser Ziel war es, stets unabhängig zu bleiben, was natürlich mitunter die Entwicklung verzögerte. Aber wir wollten niemanden von außen reinholen, der uns nicht kennt, aber uns durch Entscheidungen etwas aufzwingen will.

Kommen wir zur strategischen Ausrichtung, die ja schon beim Wording beginnt. Durch die Wortwahl auf eurer Homepage wird euer Anspruch deutlich. Ihr seht euch nicht als Dienstleister für Kunden, sondern ihr sucht Mitbewohner für euer smartvillage. Wer lässt sich darauf ein und schließt sich eurer Community an ?
Uns ist wichtig, dass wir uns auch weiterhin als „Dorfgemeinschaft“ verstehen. Jeder, der dazu kommt, ob als Gast durch die Teilnahme an einem großen Firmen-Workshop oder als „Einzelkämpfer“, der einen kleinen Coworking Space sucht, wird bei uns persönlich „ongeboardet“. So geben wir für die Dauer des „Aufenthalts“ auch die Verantwortung für die Nutzung der jeweiligen Räume her. Diese „Mitbewohner“ können während Ihres Aufenthalts also die komplette Ausstattung und Verspieltheit, wie in einem Zuhause nutzen. Mit diesem Blickwinkel bitten wir dann bei „Rückgabe“ darum, die Flächen, so wieder zu übergeben, wie die „Bewohner“ sie vorgefunden haben. Damit machen wir sehr gute Erfahrungen, denn wir sprechen dadurch eine andere Haltung an. Gerade gestern haben wir das mit einem Tages-Workshop eines internationalen Konzerns erlebt, wie gut dies ankommt.  Diese Teilnehmer haben in der wunderschönen Umgebung nicht nur die Köpfe rauchen lassen und dabei gute Arbeitsergebnisse erzielt. Sie beteiligten sich alle am Ende auch daran, die Flächen wieder aufzuräumen und für die nächsten Gruppen nutzbar zu machen. So wird aus meiner Sicht die New Work Kultur gelebt. 

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©smartvillage München

Ihr habt euch vom Raumangebot im smartvillage sehr breit aufgestellt und bietet eine große Auswahl an unterschiedlichen Raumgrößen an. Wie sind die Trends bei der Nachfrage ?
Wir unterscheiden auf unserem Campus ja zwischen den „kurzfristigen“ Workshop-Raum-Bewohnern und denjenigen Mitgliedern der Community, welche einen festen Büro-Arbeitsplatz bei uns mieten. Als Trend erlebe ich, das wir nur sehr wenig Nachfrage haben nach ganz kurzfristigen Einzelarbeitsplätzen. Wir haben 80% Dauermieter, die ob als Solopreneure oder als Abteilungen oder Startups bei uns eine neue Heimat gefunden haben und mindestens 6 Monate oder auch anderthalb Jahre bleiben. Dies hatte Auswirkungen auf unsere Raumstruktur. Die Raumnachfrage geht ja immer weiter weg vom Hotdesk im OpenSpace – was wir früher auch im Angebot hatten. Wir bieten nun nur noch geschlossene Büroeinheiten an, welche von den Bewohnern auch als Shared Office genutzt werden.

Euren Workshop-Räumen habt ihr Namen wie Stüberl, Zugspitze oder Almhütte gegeben. Welche Philosophie steckt dahinter ?
Die Innenarchitektin, die mit mir das Konzept entwickelt hat, kommt wie ich aus Oberbayern. Uns war bei der Gestaltung der Räume die Nähe zur Tradition und Gemütlichkeit wichtig. Alle Räume bekamen neben dem Namen auch einen eigenen Fingerprint, den wir über Holz, warme Farben und Naturelemente aufgebaut haben. Wir wollten inhaltlich und von der Namensgebung Erlebnisräume schaffen. Dies wird von den Nutzern sehr positiv und anregend aufgenommen. Aber hier sehe ich auch Möglichkeiten der Weiterentwicklung in der Gestaltung und Benennung, wenn es für uns dran sein sollte. Ich kann daher nicht sagen, wie das smartvillage in einem halben Jahr aussehen wird. Aktuell sind die Räume Almwiese und Bergsee, besonders auch in der Kombination am beliebtesten.

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Wie kam es zur Vernetzung mit der Office Group und der Ideenwerkstatt?
Über Stefan Kiss von Haworth hatte ich von der Planung und der Realisierung der ersten Ideenwerkstatt in den HighLightTowers gehört und in diesem Rahmen auch auf einem Netzwerktreffen Markus Menzinger kennengelernt. Dort konnte ich unsere Sicht von „New Work“ vorstellen und was wir dazu konkret auf dem Markt schon anbieten. Markus Menzinger hat dabei sofort die Verbindung von fachlicher und technischer Planung auf der einen Seite und Implementierung von Unternehmenskultur auf der anderen Seite erkannt. So wurde es unser gemeinsames Thema aus diesen „Komponenten“ das beste Ergebnis für den Kunden rauszuholen. Das war dann der Grundstock für die Partnerschaft mit der Office Group München und der Ideenwerkstatt. Gemeinsam gestalten wir also für neue Kunden individuell gestaltete und eingerichtete Büroräume und sind darüber hinaus quasi Sparringspartner, um die Möglichkeiten des New Work auch inhaltlich zu erkennen und in die Unternehmenskultur zu implementieren. (Ende Interview Teil1). …Und wenn euch jetzt das Konzept und die Vision vom smartvillage gefällt, könnt ihr hier Euren nächsten Workshop direkt buchen. smartvillage Ganghoferstr. 68, 80339 München oder über die HOMEPAGE  oder ihr geht es mit einem Klick direkt zum  VIDEO

Wo geht die Reise des Coworking hin ? Lesen Sie im 2.Teil des Interviews über „Dezentrale Coworking Spaces„: 

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